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Stadtentwicklung

Spitze des Eisbergs…

Wie wahr, wie wahr doch die Worte von Jochen Bilstein (Fraktionsvorsitzender der SPD-Wermelskirchen) zum Thema Bevölkerungsentwicklung sind. 40 000 Einwohner für Wermelskirchen sind eine politische und populistische Illusion, die in meinen Augen mehr Probleme mit sich bringt, als man sich vorstellen mag. Genau wie auch so ein Eisberg nur einen kleinen Teil seiner selbst Preis gibt und das dicke Ende meist unter Wasser verborgen liegt.

Aber Moment, hatte ich nicht etwas von „Großen Projekten“ getönt? Wäre so etwas nicht genau so ein Projekt, was man als Kleinstadt mutig anpacken sollte? Wir müssen uns als Kleinstadt nicht verstecken und können viel leisten, wenn wir uns nur trauen! Dazu stehe ich auch weiterhin. Aber bitte mit Verstand und vor allem zum Wohle der Stadt. Und auch wenn mehr Einwohner sicherlich erst einmal nicht schlecht klingt, so ist es damit nicht getan. Denn es gibt da einige Punkte, die einfach nicht passen:

  • 6000 Einwohner mehr müssen auch irgendwo ihren Lebensunterhalt verdienen. Nur das neue Gewerbeflächen nicht in Aussicht sind.
  • Dann heißt es also pendeln, aber bitteschön womit denn? Die ÖPNV-Anbindung an die Ballungsräume der Rheinschiene ist eine Katastrophe!
  • Die Schulen der Stadt sind gut aufgestellt, sagt der Schulentwicklungsplan. Dieser geht allerdings von einer stagnierenden Einwohnerzahl aus. Für mehr Einwohner bedeutet das dann aber noch mehr neue Kitaplätze und einen Ausbau der Schulen.

In meinen Augen sollte sich die Stadt nicht um die Spitze des Eisbergs kümmern, sondern um dessen verborgene Basis. Bemühungen für mehr Arbeitsplätze in Wermelskirchen, in eine bessere Anbindung an die Rheinschiene und Investitionen in unsere Schulen und Kitas sollten nicht die notwendige Folge von Bevölkerungswachstum sein, sondern die Grundlage dafür. Denn dann müssen wir die Menschen nicht mit billigem Bauland bestechen, sondern sie kommen von ganz alleine in unsere schöne Stadt….und bleiben dann auch.

Von Markus Richert

38 Jahre alt und in Wermelskirchen aufgewachsen, hat es mich nach Studium und Promotion wieder zurück in unsere sympathische Kleinstadt verschlagen. Seit 2001 Mitglied in der SPD, stehe ich jetzt ein für mehr Mut in der Kommunalpolitik, um auch größere Projekte anzugehen. Das will ich im Stadtrat durchsetzen.

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