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Geschmacksache…..

Lecker….auch wenn die Wirklichkeit der Fast Food Riesen sicherlich etwas anders aussieht.

Am Montag geht es groß her im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr. Denn dort steht ein Thema an, was die Verwaltung jetzt schon seit über zwei Jahren beschäftigt. Wermelskirchen soll eine weitere Fast Food Filiale bekommen! Ob man die jetzt braucht oder nicht ist….nun ja, Geschmackssache. Aber dieses Gericht scheint ordentlich gepfeffert worden zu sein. Aber genug der Phrasen, auf zu den Fakten:

  • Am Hünger soll neben der Tankstelle ein neues Fast Food Restaurant entstehen. Die Verhandlungen mit dem Investor laufen seit über zwei Jahren!
  • Im Zuge der Bebauung muss die Kreuzung umgestaltet und eine neues Verkehrskonzept her
  • Die Stadt sieht die Verantwortung dafür beim Investor. Dieser möchte eine Ampelanlage errichten.
  • Die Stadt besteht aber auf einen Kreisverkehr.

Ist die Verwaltung also schlicht und ergreifend zu stur, um hier den vernünftigen Forderungen des Investors nachzugeben, wie es Herr Teifel behauptet (Artikel ist leider kostenpflichtig)? Nun, ich bin da anderer Meinung. Es stimmt zwar, dass der Investor ein Gutachten erbracht hat, welches einer Ampelanlage so gerade eben die Note ausreichend gibt. Aber das auch nur, wenn nicht gerade Fußgänger die Straße queren wollen. Denn dann sieht es ganz schnell nach Verkehrskollaps aus. Die Gutachten zeigen auch, dass ein Kreisverkehr die sicherere und effizientere Lösung ist (was auch der Landesbetrieb Straßen NRW so sieht)…aber halt auch die teurere und die will der Investor nicht bezahlen. Also wird eine politische Lösung erzwungen und auch noch die Presse eingespannt.

Aber der Investor würde sich gnädigerweise immerhin beteiligen am Kreisverkehr und könnte der Stadt in einer großzügigen Geste für die fehlende Summe ein Darlehen anbieten. Liebe Leute, da hört der Spaß doch auf. Statt den Kreisel zu bauen wird über den Umweg des Darlehens am Ende sogar noch etwas Geld verdient. Und was hätte die Stadt dann jetzt davon? Ok, ein Fast Food Restaurant mehr. Welches noch weiter am Stadtrand liegt als das schon bestehende. Hier also schon mal kein Nutzen. In so einem Burgertempel müssen ja auch Menschen arbeiten. Und da zählt jeder Arbeitsplatz. Nun gut, das lassen wir mal gelten. Kommen noch die Gewerbesteuereinnahmen, aber halt! Die werden dort abgeführt, wo der Handelssitz ist. Bei einer Franchisekette also eher nicht in Wermelskirchen. Wieder Nutzen gleich null.

Was bleibt unterm Strich über? Investitionskosten für die Stadt im mittleren sechsstelligen Bereich für ein paar Arbeitsplätze mehr. Oder aber eine vermurkste Ampelanlage. Oder aber man lässt es einfach sein und entwickelt die Fläche anderweitig weiter, vielleicht sogar mit der Aussicht auf ein wenig Gewerbesteuer…..hmm, das hört sich doch eigentlich ganz lecker an.

Von Markus Richert

38 Jahre alt und in Wermelskirchen aufgewachsen, hat es mich nach Studium und Promotion wieder zurück in unsere sympathische Kleinstadt verschlagen. Seit 2001 Mitglied in der SPD, stehe ich jetzt ein für mehr Mut in der Kommunalpolitik, um auch größere Projekte anzugehen. Das will ich im Stadtrat durchsetzen.

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